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Feulner: "Kalte Dusche zur richtigen Zeit" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von MRZ   
26.01.2009
05-Profis gehen selbstkritisch mit der zu hohen Niederlage um - Philipp Lahm: Die Mainzer steigen auf

MAINZ. Auch wenn sie gestern Abend im Namen des Herrn unterwegs waren: Die Niederlage im letzten Vorbereitungsspiel auf Zweitliga-Rückrunde und DFB-Pokal fiel ein bisschen heftig aus. Benefiz hin, Bayern München her. So sahen es auch die Profis des FSV Mainz 05. "Wir dürfen uns nicht 4:0 abschlachten lassen", sagte der in der Schlussphase ausgewechselte Florian Heller in der Mixed Zone im Bauch der Haupttribüne, während draußen das Spiel noch lief - und Landon Donovan in diesem Moment das 0:5 erzielte.

Dass sie eine gute erste Halbzeit gespielt hatten, war dem Mittelfeldspieler, der nach der Pause rechter Verteidiger spielte, ein kleiner Trost. "Da hat man gesehen, dass wir auf einem ganz guten Weg sind, wir hatten, glaube ich, sogar ein Chancenplus."

Der Unterschied zum Deutschen Rekordmeister war allerdings, dass die Mainzer ihre Torgelegenheiten nicht nutzten. "Die Bayern sind so kalt, dass sie aus fast jeder Chance ein Tor machen", konstatierte Markus Feulner. Andererseits, darin waren sich Feulner und Heller einig: Lieber ein solches Spiel als Generalprobe vor dem Pokal-Achtelfinale in Freiburg am Dienstag, als einen rauschenden Erfolg. "Man kann sich vorstellen, was los gewesen wäre, wenn wir heute 2:0 gewonnen hätten", sagte Heller, "dann wäre die Gefahr groß gewesen, dass wir mit Bruder Leichtfuß nach Freiburg fahren."

Nach Feulners Auffassung kam "diese kalte Dusche vielleicht zum richtigen Zeitpunkt". Bevor es ernst werde, habe die Mannschaft gestern noch einmal deutlich aufgezeigt bekommen, woran sie arbeiten müsse. Vor allem an der Defensivarbeit. "Auch wenn die Bayern gute Stürmer haben, standen sie doch ein bisschen zu oft frei vor unserem Tor", räumte der ehemalige Münchener eine Mitschuld seiner Mannschaft bei den Gegentreffern ein. "Die Tore waren zwar gut herausgespielt, aber wir waren dreimal in Überzahl. Dann müssen wir auch aggressiver an den Mann gehen und uns zum Ball hin orientieren und dürfen das nicht einfach geschehen lassen."

An übergroßer Hochachtung habe die in einigen, auch entscheidenden Szenen, ausgeprägte Passivität nicht gelegen, versicherte Florian Heller, auch er aus der Nachwuchsarbeit des FC Bayern hervorgegangen. "Mit Philipp Lahm und Schweini habe ich früher zusammengespielt, und ich habe großen Respekt vor dem, was sie geleistet haben. Aber es ist nicht so schlimm, dass ich einen Stift in der Hose hätte."

05-Manager Christian Heidel rechnete gestern "nur bis zur 60. Minute - und bis dahin haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, auch wenn die Differenz zu den Bayern natürlich sehr groß ist". Die mögliche Verpflichtung des Hoffenheimer Linksverteidigers Zsolt Löw habe er noch nicht auf die wirtschaftliche Machbarkeit geprüft. "Es heißt zwar, sie würden ihm keine Steine in den Weg legen, aber das können für andere Felsbrocken sein. Wir prüfen auch noch zwei, drei andere Möglichkeiten."

Nationalspieler Philipp Lahm bescheinigte dem Zweitligisten, eine "gut geschulte und gut organisierte Mannschaft" zu haben. "Ich glaube, dass die Mainzer aufsteigen", sagte der Nationalspieler. Im Übrigen komme er immer wieder gerne an den Bruchweg, "weil das Publikum offen gegenüber gegnerischen Mannschaften ist". Und das nicht nur, wenn"s um den Dom geht. Apropos Dom: Dass die Einnahmen des Benefizspiels in die Sanierung des 1000 Jahre alten Mainzer Gotteshauses fließen, stieß auch auf Zustimmung bei jenen, die mit Karl Lehmann und Co. wenig am Hut haben. Wie zum Beispiel Bayern-Profi Tim Borowski: "Ich bin zwar Heide oder Atheist, oder wie man"s nennt, aber ich finde es gut, dass für einen solchen Zweck Geld eingespielt wird."
Peter H. Eisenhuth
Philipp Daum
 
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