| Auch acht Mainzer hätten gereicht! |
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| Geschrieben von Michael | |
| 15.03.2010 | |
![]() Chadli Amri und seine Interpretation der Seven Nation Army (Quelle: Zaunsturm1905.de) So geschehen am Samstag beim 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln. Was hatten Manager Meier und Konsorten vor dem Spiel noch getönt. „Die stehlen uns die Schau!“, „Wir sind auf jeder Position besser besetzt.“, usw. usf. – am Ende reichten 10 wackere Mainzer, um die Trümmertruppe aus der Nähe von Mönchengladbach so richtig einzuseifen und an die Wand zu spielen. Wie sagte der FC-Trainer Soldo nach dem Spiel sinngemäß? „Der Schiedsrichter hätte noch zwei Mainzer vom Platz stellen, am Spielverlauf hätte das nichts geändert.“ Bezeichnend auch, dass Christian Wetklo (der kurzfristig für den magen-darm-kranken Heinz Müller ins Tor rutschte) im gesamten Spiel drei Bälle festhalten musste. Keine spektakuläre Parade, keine Flugeinlage. Nichts. Sicherlich war das auch der Verteidigung geschuldet. Mit Fathi (der immer besser wird), Noveski, Svensson und Zabavnik (MRZ: Höchststrafe, gegen den spielen zu müssen) steht die 05-Abwehr immer sicherer. So bitter das für die Betroffenen klingt: Von Löw, van der Heyden und Hoogland redet derzeit keiner mehr. Wenn man schon beim Lob verteilen ist: in großartiger Form befindet sich schon seit Wochen Miroslav Karhan. Der Mann ist 33 und läuft und läuft und läuft – besser als jeder VW-Motor. Dazu sensationelles Spielverständnis, bestimmt er grandios das Tempo, sieht die freien Räume, verlagert das Spiel – und ist dank Ballsicherheit, gutem Ballabschirmen und hervorragenden Dribblingfähigkeiten jederzeit in der Lage, sich aus der Bedrängnis zu befreien. Fast könnte man meinen, Karhan wird immer besser, je älter er wird. Letztendlich verdient jeder Spieler ein Lob für dieses Match, ob sie nun Soto, Heller, Polanski, Amri, Schürrle oder Bungert heißen. Jeder gab alles, und noch einiges darüber hinaus. Nur einer war im Jubeltaumel nach dem Schlusspfiff, als (verdientermaßen) alle auf den Zaun gerufen wurden, außen vor: Aristide Bancé. Der Stürmer, der vor Wochenfrist mit seinem Siegtor in Hoffenheim noch der Matchwinner war und zum Intonieren der Humba zu den Fans gerufen worden war, war verschwunden – aus Ärger über seine Unbeherrschtheit. Bei der roten Karte kamen einige Dinge zusammen: In Normalgeschwindigkeit (und ohne jede Zeitlupe oder Wiederholung) kann man dem Schiedsrichter keinen Vorwurf machen, hier die rote Karte zu zücken. Dass sich Bancé lediglich äußerst energisch losgerissen hatte, nachdem ihn Geromel über mehrere Sekunden im Klammergriff hatte, und dabei den Kölner leicht mit der Schulter berührte, das war erst in drei Zeitlupen zu erkennen. Hollywood-reif allerdings war auch Geromels Darbietung danach, als er sich, beide Hände vor das Gesicht schlagend, vor Schmerz am Boden wälzte. Was für ein asozialer Sack. Wahrscheinlich war er bei Philipp Bargfrede in der Lehre (siehe hierzu das Spiel Mainz 05 – Werder Bremen, Stichwort Polanski/Bargfrede). Vollkommen lachhaft dagegen ist die 3-Spiele-Sperre des DFB wegen Tätlichkeit. Wenn man schon Fernsehbilder nutzt, sollte man sich die auch anschauen. Mit den drei (plus 60 Minuten gegen Köln, also praktisch vier) Spielen wird Bancé nun ebenso lange gesperrt wie beispielsweise Nürnbergs Torhüter Schäfer, der Wolfsburg Misimovic vor einigen Monaten nicht nur gezielt in die Weichteile trat, sondern ihn anschließend wegen Schauspielerei auch noch beschimpfte (Was für ein asozialer Sack!). Mit einer Portion Zynismus könnte man nun zumindest sagen: Ist nicht schlimm, er fehlt ja nur gegen so kleine Klubs wie Freiburg, Wolfsburg und Nürnberg. Und ohne jeden Zynismus kann man davon ausgehen, dass Thomas Tuchel die richtige Antwort auf Bancés Sperre im Kader finden wird. Ob die Szalai heißt, oder man mit zwei flinken Angreifern wie Schürrle und Amri (oder Heller oder Trojan) startet, das wird schon das Spiel in Freiburg zeigen. Das Tor – für alle, die es noch nicht gesehen habe ;-) – fiel übrigens nach herausragendem Alleingang und toller Vorarbeit des gerade eingewechselten Chadli Amri mit Exekutive Andre Schürrle feat. den Innenpfosten. Das aber nur am Rande. Nach letzten Zeitungsmeldungen und den Eindrücken vom „Nach-dem-Spiel-Jubel“ scheint die Akte Amri in Mainz augenscheinlich doch noch nicht ganz geschlossen zu sein. Wie der Franzgerier mit Megaphon die „Seven Nations Army“ intonierte, das hatte was. Und wie er selbst gegenüber der MRZ sprach: „Vielleicht werde ich immer ein Mainzer bleiben.“ – es wäre das Happy End für Fans und Team. Wie schreibt die MRZ heute unter der Überschrift „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“: "Ich trenne das ganz bewusst vom Sportlichen. Tatsache ist aber, dass ich immer informiert bin. Wir haben Pläne, der Spieler hat Wünsche. Der erste Versuch, das Ganze zusammenzuführen, hat erst einmal nicht geklappt", sagte Tuchel. "Der Manager verhandelt und entscheidet, was für den Verein angemessen ist. Damit gehe ich hundertprozentig konform." Da klingt deutlich durch, dass Thomas Tuchel eine Vertragsverlängerung Amris sehr begrüßen würde, dass sich aber Trainer und Manager in dieser Angelegenheit nicht auseinander dividieren lassen. Zum Abschluss ein großartiges Fazit aus Kölner Sicht: Ich habe vollstes Verständnis und Mitgefühl mit den Mannschaften, die hinter uns platziert sind und nicht wissen, warum. |
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