| Kloppo wieder in Mainz |
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| Geschrieben von Michael | |
| 09.04.2010 | |
![]() Jürgen Klopp bei seiner Verabschiedung (Quelle: Zaunsturm1905.de) In Mainz steht man denen, die den Verein auf natürlichem Wege verlassen haben (also, wenn sie sich nicht selbst rausgemobbt haben beispielsweise), ja grundsätzlich positiv gegenüber. Nichts anderes dürfte also am Samstag auch gelten, wenn die Herren Klopp, Buvac, Krawietz, Zidan, Feulner und Subotic ins Stadion kommen. Der eine oder andere mag da ein Tränchen im Knopfloch haben, vor Wehmut seufzen wie die schwangere Frau vor der offenen Balkontür (siehe hierzu: Badesalz: Nicht ohne meinen Papa – Nachvertonung), aber irgendwie – so richtig aufgeregt / traurig / heiß auf das herzerweichende Wiedersehen bin ich jetzt nicht gerade. Woran mag das liegen? Punkt eins: Hinspiel in Dortmund Irgendwie war’s seltsam. Da fährt die halbe Stadt den Rhein runter, um im Westfalenstadion dem Ex-Trainer zu huldigen – und dann kommen kaum mehr als ein paar „Jürgen! Jürgen!“-Rufe und ein lockeres Winken vom Verehrten dabei heraus. Das hatte man sich dann doch irgendwie anders vorgestellt. Ok, dass der Kloppo nicht vor und nach dem Spiel auffen Zaun steigt, jedem einzelnen Mainzer Fan weinend um den Hals fällt und immer wieder schluchzt „Ach, bei Euch war’s doch am schönsten!“, das war sicher den meisten klar. Aber so insgesamt war’s doch reichlich kühl, das Wiedersehen – und das lag nicht an dem grauenhaften Baustellenchaos, was sich Dortmunder Hauptbahnhof schimpft. Punkt zwei: Unser Trainer Ich sag’s mal so: Hätten wir jetzt so ne langweilige Bundesliga-Feuerwehrmann-Nase a la Jörg Berger, Peter Neururer oder Mirko Slomka auf der Bank sitzen – die Wehmut wäre sicher groß. Aber das ist nicht der Fall. Unser TTT ist zwar kein Kloppo 2.0, aber irgendwie fast genauso geil, wenn auch auf eine vollkommen andere Art – so zumindest aus Fansicht. Dem neutralen Beobachter mag das vielleicht so vorkommen: Matte auffem Kopp, schlecht rasiert, Beckerfaust, Trainingsanzug – Kloppo, oder eben Tuchel. Aber von den Äußerlichkeiten abgesehen (die sowieso fließend sind, beim Kloppo werden die Haare aktuell gefühlt immer länger, bei TT augenscheinlich eher dünner), gibt’s da doch einiges, was die beiden Bundesliga-Trainer - oh Wunder! – unterscheidet. Ohne ins Detail zu gehen: Mit Thomas Tuchel hat der Verein nach Jörn Andersen genau den richtigen Mann an die richtige Position gestellt. Tuchel mag kein großer Redner sein, der vor 8.000 Fans bei der Saisoneröffnung den Clown für die Massen gibt, der große Worte schwingt, wenn man gerade abgestiegen ist, aber Thomas Tuchel hat fachlich so wahnsinnig viel auf dem Kasten, weiß sein Team zu motivieren, auf den Gegner einzustellen, Spielzüge zu erstellen und einzustudieren. Er schreckt nicht vor überraschenden Personalentscheidungen zurück und gibt seinen Jungs immer einen Matchplan mit aufs Feld. Jürgen Klopp hat – ohne dass das despektierlich erscheinen soll – oftmals das „Hoch und weit“ und „Lauern auf die zweiten Bälle“ kultiviert – eine erfolgreiche, aber eben nicht immer schön anzusehende Spielidee. Im Vergleich dazu wirkt das aktuelle Team (am Beispiel der Partie gegen Wolfsburg) wie Barca gegen den FSV Frankfurt (überspitzt formuliert). (Wobei natürlich der Einwand gestattet ist, dass der Verein unter Kloppo auch nicht die finanziellen Mittel hatte, bestimmte Topleute überhaupt nach Mainz zu holen). Wie dem auch sei: Die 05er sind mit ihrem aktuellen Trainer so was von zufrieden, dass Gedanken an ein „Wäre toll, wenn der Kloppo wieder hier den Taktstock schwingen würde“ gar nicht erst mehr aufkommen wollen. Nichtsdestotrotz sollte sich jeder im Klaren darüber sein, welche Verdienste sich Kloppo um diesen Verein erworben hat – wo wir heute vor allem auch dank ihm stehen. Die Vergangenheit verblasst so schnell – deswegen sollte jeder, der Klopps Rückkehr mit einem Achselzucken quittiert – sich vor dem Spiel morgen noch mal jene Videos zu Gemüte führen, die Jürgen Klopp bei seiner Verabschiedung aus Mainz zeigen. Ich werde das auch machen. |
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