| Athletiktraining in das Balltraining integriert |
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| Geschrieben von MRZ | |
| 28.07.2010 | |
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05-Profis arbeiten auch in Flachau nachhaltig an der Verbesserung der Kraft- und Sprintwerte Flachau. Die Arbeit von Frieder Schömetzler und Harry Stock läuft parallel. Still und leise. Die auf Honorarbasis tätigen Athletiktrainer aus Stuttgart haben einen diffizilen Job im Trainingslager des FSV Mainz 05 in Flachau. Sprinttraining, Krafttraining, koordinative Übungen, sensomotorische Reize, all das ist anstrengend für die Spieler, muß aber so geschickt dosiert werden, daß die Profis nicht mit schweren Beinen in Thomas Tuchels hochintensives Spielformenprogramm mit Ball zurückkehren. Das funktioniert bislang hervorragend. Die Bundesligaspieler wirken tagtäglich erstaunlich frisch und unternehmungslustig. Schömetzler war mal Zweitligaprofi und Cheftrainer bei den Stuttgarter Kickers. Der Mann, der in Stuttgart auch Volleyballerinnen und Weltranglisten-Tennisspielern Beine macht, kann sich in Fußballer hineindenken. „Für Fußballer ist es sehr wichtig, daß sie diese Belastungen im Kopf verkraften“, sagt Schömetzler. „Das Athletikprogramm muß also auch Spaß machen. Ich kann sagen, dass die Akzeptanz für diese Arbeit bei den Spielern in Mainz gegeben ist.“ In Mainz wird nicht mehr in hintereinander geschalteten Blöcken trainiert. Erst Kraft und Kondition, dann kommt der Ball, diese Zeiten sind vorbei. Alle Inhalte werden täglich geschult. Konstant, nachhaltig. Individuell und in unterschiedlichen Bedarfsgruppen. Die Athletikeinheiten werden integriert. „Wir arbeiten dem Balltraining zu“, erklärt Schömetzler. „Überbelastung wäre da natürlich kontraproduktiv. Wir schauen da schon sehr genau hin.“ Die Arbeit schlägt an. Meßwerte belegen: Die 05-Spieler, die schon länger in diesem Athletikprogramm stecken, sind kräftiger und schneller geworden. „Wer mehr Kraft hat“, sagt Schömetzler gelassen, „der zeigt ein anderes Zweikampfverhalten.“ Mehr Stabilität im Rumpf, mehr Spannkraft im Oberkörper, eine verbesserte Koordination führen zu mehr Selbstvertrauen und zu mehr Wucht und Durchsetzungsvermögen, wenn gestählte Leistungssportler im Luft- und Bodenkampf aufeinanderprallen. Ein weiterer Aspekt, so Schömetzler: „Das hat auch einen präventiven Hintergrund, die Fußballer wollen ja auch nach ihrer Karriere noch gesund sein. Unsere Arbeit soll Fußballprofis insgesamt belastbarer machen.“ Schnelligkeit ist im heutigen Fußballwettkampf längst ein Unterscheidungsmerkmal geworden. Da geht es um Antrittsschnelligkeit. Wer auf den ersten zwei, drei Metern Vorteile hat und mit zwei, drei schnellen Schritten am Gegenspieler vorbeikommt, der kann sofort eine neue Spielsituation schaffen. „Aber speziell auf den Außenbahnen brauchen wir nach schnellen Umschaltaktionen auch die Läufe im Vollsprint über 30, 40 Meter“, erklärt Schömetzler. „Und dazu gehört eine schnelle Erholung, denn das Spiel geht ja nach einem solchen Maximalsprint weiter.“ Die durch Training zu optimierende Erholungsfähigkeit dient auch einer möglichst über 90 Minuten aufrechtzuerhaltenden Konzentration. „Das ist wichtig für die optimale Erfassung der immer wieder neuen Spielsituationen“, sagt Schömetzler. Auch das Sprinttraining hat komplexe Inhalte. Die 05-Profis treten an zu Sprints über 5, 10 und 20 Meter. Aus der Bauch- und Rückenlage. Danach: abstoppen, querlaufen, wenden – Elemente aus jedem normalen Fußballspiel. Abstoppen, querlaufen und ein neues Antreten schulen auch Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Das zusätzliche Muskelaufbautraining über Hantelarbeit und Sprünge muß besonders gut individualisiert und dosiert werden. „Muskelaufbau ist wichtig für die maximale Schnellkraft“, erklärt Schömetzler. „Aber das machen wir eher mit den schlanken Typen wie etwa André Schürrle.“ Ein Muskelmann wie Nikolce Noveski, der als Kind wahrscheinlich wie Obelix in den Zaubertrankkessel gefallen ist, braucht diese Einheiten eher nicht mehr. „Man muß diese Muskelmasse ja auch im Spiel mitschleppen“, erklärt der erfahrene Athletikfachmann. Damit es in einem umgekehrten Fall nicht zu Unterbelastungen kommt, achten die Athletiktrainer auch sehr intensiv auf die Qualität der Übungsausführung. Nachholbedarf haben in der Regel die Neuzugänge. „Letztlich dauert das ein Jahr, um einen neuen Spieler in der Athletik auf das Niveau der anderen zu bringen.“ Es bedarf der ständigen Anpassung, sagt Schömetzler, „wenn man möglichst viele Spieler im Kader auf einem Niveau haben will“. Auch deshalb wir die Athletikschulung in das wöchentliche Trainingsprogramm am Bruchweg integriert. Die komplette Saison über. Reinhard Rehberg |
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